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SCHLOSSKONZERT: „Italienische Serenade“

Eröffnungskonzert - Sommerliebe Quartett Foto: Karsten Gleich
Foto © Karsten Gleich
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Dornum | Schloss

30. Juli 2015
20:00 Uhr

Programm

Das Konzert ist ausverkauft. Es gibt aber ein vom Programm her identisches Zusatzkonzert um 17:00 am selben Tag und selben Ort, das über den “Karten kaufen”-Button buchbar ist.

Joseph Haydn Streichquartett C-Dur op. 74,1
Antonín Dvorák „Vier romantische Stücke“ op. 75
Hugo Wolf „Italienische Serenade“
Ludwig v. Beethoven „Harfenquartett“ Es-Dur op. 74

FRANZISKA KÖNIG Violine | FRANZ CHIEN Violine | PETRA WOLFF Viola | CHRISTOPH OTTO BEYER Violoncello

Zum Konzert

In seiner Hugo-Wolf-Biographie spricht Frank Walker von der Italienischen Serenade als „leichtfüßig und delikat”. Das im Jahre 1887 komponierte einsätzige und kurzweilige Werk vermag durch sein scherzhaftes Thema, das „sprechende“ Cello und den voranstürmenden Rhythmus jedes musikbegeisterte Publikum zu entzücken.

Sein Es-Dur-Quartett schrieb Beethoven 1809 in Baden bei Wien, nur wenige Monate nachdem hier eine der blutigsten Schlachten in Europa zu Ende gegangen war. Da es Napoleon nicht gelungen war, einen eindeutigen Sieg zu erringen, keimte Hoffnung auf am Horizont der unterdrückten Nationen Europas. Einiges davon komponierte  Beethoven in sein Quartett hinein, dessen Titel-Zusatz „Harfenquartett“ nicht von ihm selbst stammt. Die Aussage der sich zwischen Nachdenklichkeit, Idylle und Spannung bewegenden Komposition ist dank der universellen Sprache der Musik heute noch bestens verständlich.

kultureller Streifzug

Rundgang durch die „Herrlichkeit Dornum“
Dornum war Sitz der ostfriesischen Häuptlingsfamilie von Closter. Von der einstigen Pracht zeugen das barocke Wasserschloß „Norderburg“, das zu den schönsten Anlagen Ostfrieslands gehört, die Beningaburg und die reich ausgestattete St. Bartholomäuskirche, die Ende des 13. Jh.s erbaut wurde. Ihre aufwendig restaurierte Gruft beherbergt acht Särge der Häuptlingsfamilie. Einzigartig ist auch ihre Holy-Orgel aus dem Jahr 1710. Unterwegs wird die Geschichte Dornums erzählt.

Uhrzeit: 18:00 – 19:00 Uhr
Treffpunkt: St. Bartholomäuskiche, Kirchstr. 19, 26553 Dornum (Parkplatz an d. L7)

Adresse & Anfahrtsbeschreibung

Künstler

Petra Wolff © Karsten Gleich
Petra Wolff © Karsten Gleich
Petra Wolff | Viola

Petra Wolff erhielt mit acht Jahren ihren ersten Geigenunterricht. Nach einigen Auszeichnungen im Wettbewerb „Jugend musiziert“ studierte sie zunächst bei Prof. Helga Thoene an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und beendete dann in Trossingen bei Prof. Wolfram König mit einem Künstlerischen Abschluss ihr Violin-Studium. Wolfram König animierte sie, auch das Bratschenspiel zu erlernen. So erweiterte sich zunehmend die Palette ihrer musikalischen Betätigungsfelder. Sie war Mitglied des Bundesstudentenorchesters, des Lamberti-Quartettes mit ihrem Lehrer, des Onyx-Ensembles mit z.B. Dimitri Ashkenazy und musizierte im Festival „Musikalischer Sommer in Ostfriesland“ mit Mitgliedern des Trio Parnassus, Ja-de-Quartett, Faust-Quartett, Prof. Akio und Rie Koyama, Ovidiu Badila, Philippe Graffin, Sebastian Hess, Iwan und Franziska König, Prof. Chen Halevi, Stephan Schmidt, u.v.a.
2002 begann sie unter Johannes Goritzkis Leitung, in der Deutschen Kammerakademie Neuss zu spielen, von der sie über mehrere Jahre ein Stipendium erhielt. Sie wirkte an CD-Produktionen der letzten Jahre mit und hatte diverse auch solistische Auftritte mit diesem Or-chester, z.B. während einer Südamerikatournee in Buenos Aires und im Mozarteum Salzburg. Zurzeit spielt sie dort als Stimmführerin der 2. Geigen. Die Arbeit mit Ralf Gothoni, Johannes Goritzki, Reinhard Goebel, Andreij Boreiko, Lev Markiz und Lavard Skou-Larsen hatte großen Einfluss auf ihr Spiel.
Außerdem widmete sie sich einige Jahre im Ensemble „Operassion“ dem „Tango nuevo“ von Astor Piazolla in Quintett-Besetzung und spielte auf den Ludwigsburger Schlossfestspielen und zur Eröffnung des neuen Kammermusiksaales in Seoul.
Petra Wolff beschäftigt sich zunehmend auch mit der Historischen Aufführungspraxis und scheut sich nicht, ständig zwischen moderner Geige und Bratsche und Instrumenten in alter Mensur zu wechseln.
Als Orchestermusikerin wird sie deutschlandweit regelmäßig engagiert und parallel dazu unterrichtet sie an der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen e.V. erfolgreich Geige und Bratsche.

Chien_Kuo-Chang Foto: Karsten Gleich
Franz Chien, Foto © Karsten Gleich
Franz Chien | Violine

Franz (Kuo-Chang) Chien begann im Alter von fünf Jahren Violine zu spielen und war in den Jahren 1977 und 1978 Preisträger im landesweiten Musikwettbewerb Taiwan. Es folgte ein Violinstudium an der Staatlichen Kunstakademie in Taipei. Von 1989 bis 1991 war er als Dozent für Violine am „Sheng-Deh-College“ in Taipei tätig. Auf Grund seiner Begabung für das Dirigieren erhielt er gleichzeitig vom Orchester der „Stiftung für Musiker“ in Taipei eine Anstellung als Assistenzdirigent. 1991 kam Franz Chien nach Deutschland und studierte bei Prof. Wolfram König an der Staatlichen Musikhochschule in Trossingen. Seit 1993 wirkt Franz Chien jedes Jahr im Rahmen des Musikalischen Sommers in Ostfriesland mit, u. a. als Solist, Kammermusiker, Konyertmeister und Dirigent und betreut seit 1999 als Assistent von Wolfram König auch die Meisterklassen. Seit 2000 unterrichtet er als Dozent für Violine an der „National University of Arts“ in Taipei, wo er am Anfang des Jahres 2011 zum Professor ernannt worden ist. Franz Chien ist seit 2001 Konzertmeister beim „Taipei Ying-Qi Symphonie Orchester“.

Christoph Beyer Foto Rolf Schecker
Christoph Otto Beyer, Foto © Rolf Schecker
Christoph Otto Beyer | Violoncello

Christoph Otto Beyer wurde 1965 in Aurich/Ostfriesland geboren. Ersten Cellounterricht erhielt er im Alter von 5 Jahren bei Zsigmond Fehér. Bis zum Abitur am Mariengymnasium in Jever erhielt er weiteren Unterricht bei Irmgard Jensen und Rolf Kroke. Dem Zivildienst folgte das Studium von Schulmusik, Geschichte und Violoncello in Hannover. Das Cellostudium vertiefte Beyer dort bei Ulf Tischbirek und Klaus Storck (1994 Künstlerisches Examen mit „sehr gut“). Meisterkurse bei Klaus Storck und Julius Berger sowie Einzelstunden bei Rudolf Metzmacher schlossen sich an. Schon während des Studiums hielt Beyer einen Lehrauftrag für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, bevor er 1997 nach Aurich zurückkehrte, um dort als Lehrkraft an beiden Gesamtschulen und als Orchesterleiter (Ostfriesisches Kammerorchester und Ostfriesisches Jugendsinfonieorchester) tätig zu werden. Eine rege Konzerttätigkeit zeichnet Beyer aus, der neben dem modernen Cello auch mit Barockcello und Violoncello piccolo auftritt. Als Solist mit Orchester hat Beyer Konzerte von Vivaldi, Monn, A.Fils, C.P.E.Bach, Haydn, F.H.Graf, Brahms, Reinecke und Gubaidulina aufgeführt, im Bereich der Neuen Musik erfolgten darüber hinaus u.a. Uraufführungen von Charlotte Seither, Harald Münz und Willem Stoppelenburg. Die Teilnahme an diversen Festivals wie den Göttinger Händelfestspielen, den Hannoverschen Tagen für Neue Musik, den Dornumer Kammermusiktagen und dem Musikalischen Sommer in Ostfriesland unterstreicht Beyers musikalische Neugierde, die ihn auch gelegentlich zu kompositorischen Ausflügen führt. Auf CD sind u.a. Produktionen mit dem Knabenchor Hannover (Solocello im Requiem von Duruflé), Produktionen mit iranischer Musik und mit dem Bremer Ensemble „Mellow Melange“ entstanden. Im Mai 2012 erschien die CD „…für Violoncell allein…“ mit Solowerken von Reger, Beyer und Bach (Starfish-music.de). Christoph Otto Beyer spielt eine Kopie des „Shapiro-Gofriller 1727“ aus der Werkstatt des Oldenburger Geigenbauers Martin Michalke.