Menü
 

KAMMERKONZERT: Jade & Sebastian Manz

Sebastian Manz | Foto © Marco Borggreve
Sebastian Manz | Foto © Marco Borggreve
Jetzt Tickets kaufen

Wittmund | Kirche

6. August 2015
20:00 Uhr

Programm

Ludwig v. Beethoven Streichquartett f-Moll, op. 95 „Quartetto serioso“
Béla Bartók Streichquartett Nr. 4
C.M. von Weber Klarinettenquintett B-Dur op. 34

SEBASTIAN MANZ Klarinette (ECHO-Klassik 2011 & 2012)
Jade-Quartett:
ANNELIE LIANG Violine | LISA YOU Violine | KAISHI FAN Viola | GINA YU Violoncello

Zum Konzert

Der Klarinettist Sebastian Manz ist nicht nur zweifacher ECHO-Klassik-Preisträger (2011 und 2012), er gewann auch 2008 den internationalen ARD-Wettbewerb und den Deutschen Musikwettbewerb. Mit dem renommierten JADE-Quartett interpretiert er Webers wunderschönes Klarinettenquintett in B-Dur.

Beethovens Opus 95 in f-Moll bildet den Schlusspunkt seiner mittleren Quartette. Die Premiere war erst im Jahr 1814, obgleich es schon 1810/11 entstanden war. Gedruckt wurde es noch später, im Jahr 1816, da Beethovens sonst großes Interesse an einer schnellen Drucklegung zu dieser Zeit erlahmt schien. Das Quartett ist kühn und mit wilden Ausbrüchen in quasi „experimenteller“ Kompositionstechnik. Beethoven bekannte dazu in einem Brief an den Engländer Sir George Smart, dass das Quartett nur für einen kleinen Kreis von Kennern bestimmt sei und niemals vor der Öffentlichkeit gespielt werden sollte. Heute gehört das Quartett op. 95 zu den „Klassikern“ auf den Weltpodien.

kultureller Streifzug

Skulpturengarten Funnix – Führung
Inmitten des Harlinger Landes liegt in Ruhe und Beschaulichkeit das Warfendorf Funnix mit seiner 800 Jahre alten Backsteinkirche. Direkt gegenüber befindet sich der Skulpturengarten des Stahlplastikers Leonard Wübbena. Dieses Gesamtkunstwerk  präsentiert während der Sommermonate neben dem Bestand der Sammlung namhafter Stahlbildhauer der zeitgenössischen Szene eine internationale Kunstausstellung mit jährlich wechselnden Künstlern, 2015 zum Thema „Tierisch“.

Uhrzeit: 18:00 – 19:00 Uhr
Treffpunkt: Skulpturengarten Funnix 2, 26409 Wittmund

Adresse & Anfahrtsbeschreibung

Künstler

Sebastian Manz Photo: Marco Borggreve
Sebastian Manz © Marco Borggreve
Sebastian Manz | Klarinette

Wer Sebastian Manz live im Konzert erlebt, begegnet einen Musiker „der so viel Freude und Laune vermitteln will, wie Musik das erlaubt“ (Ensemble). Er begeistert mit seiner jugendlichen Unbekümmertheit, seinem augenzwinkernden Humor, seiner natürlichen Musikalität und nicht zuletzt mit seinen meisterlichen, technischen Fähigkeiten – ob singend, klagend oder flüsternd auf der Klarinette – und erobert die Herzen der Musikwelt.

Den großen Durchbruch bescherte ihm der sensationelle Erfolg beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München im September 2008: Dort gewann er nicht nur den seit 40 Jahren nicht mehr vergebenen 1. Preis in der Kategorie Klarinette, sondern auch den begehrten Publikumspreis sowie weitere Sonderpreise. Einige Monate zuvor hatte er, mit seinem Klavierpartner Martin Klett als „Duo Riul“, auch den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen. Seitdem gehört Sebastian Manz zu den gefragtesten Solisten und Kammermusikern der jungen Generation.

Als Enkel des legendären russischen Geigers Boris Goldstein findet der 1986 in Hannover geborene Sohn zweier Pianisten seine musikalischen Wurzeln im deutsch-russischen Elternhaus. Als Sechsjähriger singt er im Knabenchor, versucht sich erst am Klavier, das er sehr gut beherrscht, konzentriert sich aber bald auf die Klarinette die ihn seit Anhören von Benny Goodmans Aufnahme des Es-Dur-Konzerts von Carl Maria von Weber fasziniert und in ihm die Sehnsucht nach dem Instrument weckt. Keine Geringeren als Sabine Meyer und Rainer Wehle zählen zu Sebastian Manzs´ wichtigsten Lehrern und Förderern.

Zu seinen vielfältigen künstlerischen Interessen und Talenten gehört das Moderieren seiner Konzerte sowie das Arrangieren von Musik. Ausgleich findet er im regelmäßigem Fußballspiel und als begeisterter Cineast.

Sebastian Manz erhielt 2012 erneut einen ECHO Klassik, diesmal in der Kategorie „Kammermusikeinspielung des Jahres“ für seine Aufnahme der Quintette von Mozart und Beethoven zusammen mit Ramón Ortega Quero, Marc Trénel, David Alonso und Herbert Schuch. 2011 hatter er die begehrte Auszeichnung in der Kategorie „Nachwuchskünstler des Jahres“ für seine herausragende Aufführung des Klarinettenkonzerts von Mozart erhalten. Anfang 2011 erschien seine Recital Debüt-CD mit Martin Klett als „Duo Riul“ bei Genuin, und seit Mai 2012 gibt es mit ihm das Klarinettenkonzert und das Doppelkonzert für Klarinette und Fagott des westfälischen Komponisten Christian Westerhoff beim Label cpo.

In der Saison 2012/13 wird Sebastian Manz als Solist u. a. mit den Dresdner Philharmonikern, den Nürnberger Symphonikern, dem Metropolitan Orchester Lissabon sowie mit dem Sapporo und Hiroshima Symphony Orchestra auftreten und ist zu Gast bei den Festivals in Salzburg, Lissabon, Heidelberg und Bad Kissingen. Er wird zudem in verschiedenen Kammermusikbesetzungen auf den Podien in Berlin, Dortmund, Stuttgart, Essen, Tilburg, Nijmegen, Tokyo und Osaka u.a. zu erleben sein. Mit Beginn der Saison 2012/13 gehört Sebastian Manz für die Dauer von drei Jahren zu den Künstlern der Reihe „Junge Wilde“ des Konzerthauses Dortmund.

Auftritte als Solist führen Sebastian Manz in der Saison 2014/2015 u. a. nach Bern, Stuttgart, Heilbronn, Kiel, Baden-Baden und Osnabrück. Außerdem wird er gemeinsam mit dem Württembergischen Kammerorchester sowie dem Dogma Chamber Orchestra durch ganz Deutschland touren. Weitere Tourneen sind in Japan geplant. Er ist Gast beim Rheingau Musik Festival, bei den Kammermusiktagen Mettlach, bei den Weilburger Schlosskonzerten sowie bei den Movimentos Festwochen in Wolfsburg. Zudem wird er mit Kammermusikpartnern wie Herbert Schuch, Veronika Eberle, Daniela Koch und Ramón Ortega Quero auf den Podien u.a. in München, Nürnberg, Dresden, Düsseldorf, Bonn, Ludwigshafen, Innsbruck, Istanbul und Bilbao zu erleben sein.

Sebastian Manz engagiert sich neben seiner Konzerttätigkeit in der von Lars Vogt gegründeten Organisation „Rhapsody in School”.

http://www.sebastianmanz.com

Lisa You Foto © Dietmar Scholz
Foto © Dietmar Scholz
Lisa Hyunji You | Violine

„Musik machen bedeutet für mich dem Publikum etwas sehr Persönliches zu schenken“
Lisa (Hyun Ji) You wird in Daegu, Südkorea geboren und erhält ihre musikalische Ausbildung von 1996 bis 2000 an der Hanyang Universität in Seoul. In ihrem Heimatland verfolgt die Künstlerin eine intensive Konzerttätigkeit als Kammermusikerin und Solistin mit namhaften Orchestern, wie z.B. dem Seoul Symphony Orchestra. Im Jahr 2000 kommt sie nach Deutschland, um ihre solistischen und kammermusikalischen Studien zu vervollkommnen. Sie studierte, gefördert durch den Stuttgarter Rotary Club, Violine an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, im Aufbaustudium bei Prof. Wolfram König und anschließend in der Solistenklasse von Prof. Winfried Rademacher. Ihr Studium hat sie 2006 abgeschlossen. Mit ihrer Vielseitigkeit und hohen künstlerischen Qualität bereichert sie nicht nur das Jade Quartett sondern auch die Ensembles „Camerata Europeana Stuttgart“ sowie „Musica Viva Stuttgart“.

Gina Shih-Yu Yu © Karsten Gleich
Gina Shih-Yu Yu © Karsten Gleich
Gina Shih-Yu Yu | Violoncello

Die Cellistin Gina (Shih-Yu) Yu, geboren in Taoyuen, Taiwan, macht bereits in jungen Jahren in ihrem Heimatland durch wiederholte Wettbewerbserfolge auf sich aufmerksam. Es folgten  zahlreiche Konzertverpflichtungen in Taiwan als Solistin mit Sinfonieorchestern. Shih-Yu setzt ihre musikalische Ausbildung bei Prof. Wolfgang Böttcher an der Hochschule der Kunst in Berlin fort, bevor sie an die Musikhochschule Stuttgart wechselt. Als Stipendiatin des DAAD erhält sie im Rahmen ihres Solistenklasse-Studiums wesentliche musikalische Impulse von Prof. Rudolf Gleißner. Als Solistin ist sie bei Cellokonzerten von Haydn, Schumann, Saint Saens und Lalo aufgetreten. 2008 spielte sie zusammen mit der Geigerin Hanlin Liang das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz.

Hanlin Liang © Karsten Gleich
Hanlin Liang © Karsten Gleich
Annelie Han-Lin Liang | Violine

Die aus Taipeh, Taiwan stammende Geigerin Annelie (Hanlin) Liang studiert zunächst an der Taiwan National Normal University, bevor sie 1997 nach Deutschland wechselt. Dort folgen Studien bei Prof. Wolfram König an der Musikhochschule Trossingen, wo sie im Jahr 2001 ihre Konzertreife (Solistenklasse) mit Auszeichnung erhält. Kurz darauf wird die Künstlerin in die Solistenklasse von Prof. König aufgenommen. Die Künstlerin folgt Einladungen zu Solo- und Kammermusikkonzerten in Deutschland, den USA und Taiwan und tritt mehrfach mit deutschen Sinfonieorchestern auf. Als gefragte Solistin und Kammermusikerin widmet sie sich mit Vorliebe dem klassisch-romantischen Repertoire und setzt sich zudem intensiv mit der Interpretation zeitgenössischer Werke auseinander.

Jade-Quartett © Karsten Gleich
Jade-Quartett © Karsten Gleich
JADE-Quartett | Streichquartett

JADE-QUARTETT:
ANNELIE HAN-LIN LIANG (Violine)
LISA HYUN JI YOU (Violine)
KAISHI FAN (Viola)
GINA SHIH-YU YU (Violoncello)

JADE meint nicht nur den bedeutungsvollen Schmuckstein, sondern steht insbesondere auch für „JA“, das chinesische Wort für Asien, und „DE“ für die Wahlheimat Deutschland. Diese Verbindung ist auch Programm des Quartetts, dessen besonderes Anliegen es ist, neben der klassischen europäischen Quartettliteratur, immer auch Werke aus der Heimat Asien zur Aufführung zu bringen. Zahlreiche Kompositionen sind speziell für das Jade Quartett geschrieben. Waren bei der Gründung des Jade Quartetts 2001 noch alle vier Musiker aus Taiwan, China und Korea, ist inzwischen der deutsche Bratschist Immo Schaar zu den Geigerinnen Hanlin (Annelie) Liang und Hyun Ji (Lisa) You und der Cellistin Shih-Yu (Gina) Yu gestoßen. Zahlreiche nationale und internationale Preise und eine intensive Konzertkarriere belegen die einzigartige Qualität des Quartetts. Höhepunkte der gemeinsamen Karriere sind der Gewinn des 3. Preises beim 5th Osaka International Chamber Music Competition 2005,  der l. Preis beim deutschlandweiten Hochschulwettbewerb 2004 und die Verleihung des Iris-Marquart Preises. Das Jade Quartett war außerdem Stipendiat der Stiftung Villa Musica und der Karl Klingler Stiftung. Im Jahr 2005 wurden sie im Bereich Streichquartett aufgrund ihres Wettbewerberfolges in Osaka als „Musiker des Jahres 2005“ gekürt. Im Mai 2007 errangen sie den 1. Preis beim internationalen Interpretationswettbewerb für  zeitgenössische Streichquartette „Klangbrücke“ in München.
Das Ensemble wird regelmäßig zu bedeutenden Festivals wie dem Schleswig-Holstein Festival, Oberstdorfer Musiksommer oder dem Musikalischen Sommer Ostfriesland  eingeladen, gastierte 2009 mit zahlreichen Kammermusikprogrammen beim „First Taipei International Lyricism in 20th Century Music Festival“ und konzertiert darüber hinaus mit über 40 Konzerten pro Jahr in Deutschland, dem europäischen Ausland und Asien. Nach dem Studium beim „Melos- Quartett“ in Stuttgart (Abschluss mit Auszeichnung) verbindet die vier Musiker vor allem mit Prof. Peter Buck (Melos Quartett) und Prof. Wolfram König (Musikhochschule Trossingen) eine intensive musikalische und persönliche Zusammenarbeit. Wesentliche künstlerische Impulse erhielten die Musiker in den vergangenen Jahren insbesondere auch durch Prof. Eberhard Feltz, Prof. Franz Beyer und Prof. Milan Skampa (Smetana Quartett).
Neben der Aufführung der klassischen Streichquartettliteratur hat sich das Jade Quartett vor allem durch die Interpretation zeitgenössischer Werke einen Namen gemacht. Rundfunkmitschnitte (BR / SWR / NDR) und Fernsehportraits dokumentieren die musikalische Arbeit des Quartetts, z.B. im Rahmen der Schwetzinger Festspiele. Ein Portrait des Jade Quartetts wurde in der Sendung SWR Musikdebüt im Jahr 2006 vorgestellt. Im Juni 2008 führten sie das Konzert für Streichquartett und Orchester von Louis Spohr mit dem Evergreen Orchestra in Keelung und Taipei (Taiwan) auf. Nach der CD-Einspielung der Streichoktette von Mendelssohn und Schostakowitsch bei Animato, zusammen mit dem Cuarteto Leonor erschien im Juni 2008 eine weitere CD mit Streichquartetten von Maurice Ravel und Antonin Dvorak, dem „Langsamen Satz“ von Anton Webern und dem „Heldenlied“ des taiwanesischen Komponisten Taishiang Lee.